Auch im Programm des  Rügen International Film Festival ist die Insel Rügen in mehrfacher Hinsicht präsent. So stammt der Filmemacher Christoph Eder, der sowohl den Trailer für das Festival produziert hat, als auch mit der Doku „Imbiss“ an der Reihe „Inselwelten“ teilnimmt, aus Göhren.  Regisseur Christoph Eder, 29 Jahre alt, hatte in Greifswald eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton absolviert und danach ein Studium der Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar abgeschlossen. Aktuell ist er selbstständig und studiert nebenbei Regie für Dokumentarfilm an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam. Er stammt von der Insel, wurde in Göhren geboren, ist dort aufgewachsen. Und hier hatte er auch seine ersten filmischen Erfahrungen gemacht. Der Film „Imbiss“  ist eine Momentaufnahme aus der heißen Phase und begleitet einen griechischen Imbissbesitzer, der seine Bude direkt an ein Flüchtlingscamp auf der Insel Lesbos stellt, dorthin wo die Flüchtlinge anlanden. Er versorgt sie mit Brötchen und Strom, damit sie ihre Smartphones aufladen können. Der Film zeigt einen Spagat zwischen uneigennützer Hilfe und Geldgier. Dürfen die Flüchtlinge ihre Telefone zunächst noch kostenfrei aufladen, kostet das wenige Tage später schon einen Euro.  Christoph Eder liefert eine schnörkellose, kommentarfreie Beobachtung der Szenerie und macht damit die Ausnahmesituation der Flüchtlingssituation erlebbar.

Auch Nachwuchs-Filmemacher von der Insel sind im Programm vertreten. Schüler der regionalen Schule „Windland“ aus Altenkirchen hatten, untersützt von der Stralsunder Medienwerkstatt „Identity Films“, eine Doku über das Thema Flüchtlinge gedreht. Im Mittelpunkt des knapp 14 Minuten langen Streifens stehen Interviews mit syrischen Flüchtlingskindern, die auf Rügen leben und mit der „doppelt“ geflüchteten Erika Berger, die als 6jährige aus dem deutschen Osten vor der Roten Armee floh und deren Familie sich zu DDR-Zeiten mit dem Kutter von Rügen nach Schweden absetzte. Die Kinder haben den Film unter der fachkundigen Anleitung der Medienwerkstatt so geschnitten, dass die Interviewpassagen sich gegenüberstehen. Erinnerungen von Erika Berger an ihre Flucht als sechsjähriges Kind werden so in Bezug gesetzt zu ganz frischen Fluchterinnerungen der syrischen Kinder. Deren Schwierigkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen, stehen Erika Bergers Erinnerungen an ihre Schwierigkeiten, nach der Flucht aus der DDR schwedisch zu lernen, gegenüber. An der gleichen Schule entstand auch der Film „Die Fischer auf Rügen – ein Beruf im Wandel der Zeit“, den das Rügen International Film Festival ebenfalls zeigt. Dieser Film porträtiert Fischer von der Insel und setzt sich mit den sich wandelnden Arbeits- und Rahmenbedingungen für diesen Beruf auseinander.

Auf der Nachbarinsel Hiddensee lebt der Filmemacher und Kinobetreiber Jörg Mehrwald, der die Doku „Das Kabarett an der Ostsee“ gedreht hat. Der 80-Minüter porträtiert Kabarettisten, die verschiedene Orte an der Ostsee bespielen, unter anderem auch die Lachmöwe in Baabe auf Rügen. Tausende Urlauber besuchen jedes Jahr an der Ostsee Kabaretts, nur kaum jemand weiß mehr über die Kabarettisten. Die meisten von ihnen sind nur selten im Fernsehen zu sehen, dafür sind sie jeden Abend zur Stelle, um Stoff für Hirn und Lachmuskeln zu bieten.